01.10.2019 Presseerklärung zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen

10 % Arbeitslosigkeit in Krefeld - Kein Thema für die Kommunalpolitik?

Im Gegensatz zu der Vorsitzenden der Agentur für Arbeit, Bettina Rademacher-Bensing, sieht die FDP-Fraktion keine positiven Septemberzahlen für den Arbeitsmarkt in Krefeld.
Insbesondere im Hinblick auf den Haushalt und die finanziellen Belastungen, die der Stadt durch die hohe Arbeitslosigkeit erwachsen, sieht die Fraktion Diskussionsbedarf im Rat und seinen Ausschüssen.

"Mit 10,1% Arbeitslosigkeit in Krefeld liegen wir nicht nur deutlich über dem Bundesdurchschnitt mit 4,9%, sondern auch über dem NRW-Durchschnitt mit 6,5%. Die daraus folgende Konsequenz für den Haushalt ist ein stetiges Ansteigen der sozialen Transferleistungen", erklärt FDP-Fraktionsvorsitzender. "Es ist schon erstaunlich, wie die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitslosenquote für Krefeld schön redet und Rat und Verwaltung zur Tagesordnung übergehen. Nur der Kämmerer hat letztes Jahr darauf hingewiesen, dass die soziale Schieflage für den Stadtsäckel Konsequenzen hat. Die hohe Zahl der Hartz-IV-Bezieher, insbesondere in der Innenstadt, stellt darüber hinaus auch ein Problem dar, über das man nicht hinwegsehen darf. Wir regen deshalb an, dass der von der IHK angeregte "Aktionsplan Wirtschaft" die hohe Arbeitslosigkeit in Krefeld und die daraus folgenden Konsequenzen für die Stadt insgesamt zum zentralen Thema macht und der Politik Lösungsansätze vorschlägt.

Die FDP-Fraktion regt weiterhin an, als Maßnahmen zur Aktivierung des Krefelder Wirtschaftsstandortes den Breitbandausbau stärker als bisher voranzutreiben und konsequent neue Gewerbegebiete zur Ansiedlung von Unternehmen zu erschließen bzw. Brachflächen zu reaktivieren.

"Das bislang nicht realisierte neue Gewerbegebiet entlang der A44 und das jahrelange Tauziehen um das Hülser Gewerbegebiet Den Ham sind wenig werbewirksam für den Wirtschaftsstandort Krefeld und die Schaffung neuer Arbeitsplätze." Die FDP-Fraktion regt deshalb an, die städtische Wirtschaftsförderung "zu einer wirklichen One-Step-Agency auszubauen". Ständige Klage von Krefelder Unternehmen ist es, dass die Wirtschaftsförderung ihnen nicht wirklich bei Anliegen gegenüber der Verwaltung helfen kann, da sie nicht in dem erforderlichen Maß in die Verwaltungsvorgänge integriert ist. Auch dies wirkt sich langfristig negativ auf den Wirtschaftsstandort Krefeld und damit auch auf die Arbeitslosenzahlen aus."

V.i.S.d.P.
Joachim C. Heitmann
Vorsitzender